Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat am 30. Oktober 2026 entschieden, einen Außerordentlichen Bundestag für den 18. Dezember 2026 in Frankfurt am Main einzuberufen und den Delegierten einen Antrag zur Abstimmung vorzulegen, mit dem sogenannten „Kompassmodell“. Kern des Antrags ist die Neuordnung der 4. Spielklassenebene: Die Regionalliga soll von aktuell fünf auf vier Staffeln reduziert werden, künftig 80 Mannschaften umfassen und die Meister jeder Staffel direkt in die 3. Liga aufsteigen lassen. Der DFB nennt als zentrales Argument Verlässlichkeit bei Auf- und Abstiegen sowie die Stärkung der Talentförderung durch eine Konzentration der sportlichen Leistungsdichte. Diese Zielsetzung wird im Antrag mit konkreten technischen Vorgaben verbunden, etwa der Staffelbildung nach dem Kriterium der geringsten Reisestrecke anstelle der bisherigen Zuordnung nach Regional- oder Landesverbänden.

Der Antrag enthält zahlreiche ergänzende Regelungen und Übergangsbestimmungen, die den organisatorischen und finanziellen Rahmen der neuen Regionalliga-Struktur beschreiben. So sieht das Modell vor, dass der DFB ab der Spielzeit 2028/2029 als Träger der 4. Spielklassenebene auftritt, eine zentrale Organisation und Vermarktung etabliert sowie einheitliche Zulassungsvoraussetzungen einführt. Für die mögliche Qualifikationsphase zur Umstellung ist die Saison 2027/2028 vorgesehen. Der Antrag nennt ferner konkrete Verteilungsschlüssel für die Qualifikation in die vier neuen Staffeln und legt verbindliche Vorgaben für Auf- und Abstiegsregelungen fest, darunter vier direkte Aufsteiger und in jeder Staffel vier feste Absteiger. Ergänzend sind finanzielle Zusagen beschrieben: zusätzliche Zuwendungen an Regionalverbände, eine Mindestgarantie für Erstliga-Klubs in der Regionalliga sowie eine vorgesehene Verteilung der Einnahmen aus einer zentralen Vermarktung.

Der DFB betont, dass bei der praktischen Umsetzung der Staffelbildung Härtefälle berücksichtigt werden sollen, etwa um regionale Derbys oder überdurchschnittlich viele zweite Mannschaften lizenzierter Vereine angemessen zu behandeln. Präsident Bernd Neuendorf verwies auf eine Vereinsbefragung im Sommer, in der das Kompassmodell eine Mehrheit erreicht habe, und fasste die Zielsetzung zusammen: „Vier Meister, vier direkte Aufsteiger“ solle ein klares Prinzip schaffen. Der nun anberaumte Bundestag wird über die Annahme oder Ablehnung des Antrags entscheiden; sollte der Antrag bestätigt werden, wäre die Saison 2028/2029 die erste Spielzeit in der neuen Struktur, und die Spielzeit 2027/2028 würde als Qualifikationssaison dienen.

Überblick: Einberufung und Kernpunkte des Antrags

Das DFB-Präsidium hat in seiner Sitzung am 30. Oktober 2026 die Einberufung eines Außerordentlichen Bundestages für den 18. Dezember 2026 beschlossen. Die 257 stimmberechtigten Delegierten werden in Frankfurt am Main über den Antrag zur Einführung des sogenannten Kompassmodells abstimmen. Hauptbestandteile des vorgelegten Antrags sind die Reduzierung der Regionalliga von fünf auf vier Staffeln, die künftig 80 Mannschaften umfassen soll, die direkte Aufstiegsregelung mit vier Meistern, die ohne weitere Aufstiegsrunden in die 3. Liga aufsteigen, sowie die Staffelbildung nach dem Kriterium der geringsten Reisestrecke anstelle der bisherigen Verbandszugehörigkeit.

Neben diesen sportlichen Kernpunkten formuliert der Antrag organisatorische und rechtliche Änderungen: Der DFB strebt an, ab 2028/2029 Träger der 4. Spielklassenebene zu sein, eine zentrale Vermarktung aufzubauen und einheitliche Zulassungsbedingungen einzuführen. Diese Maßnahmen sollen nach Darstellung des Präsidiums zu mehr Planbarkeit für Vereine führen und die Rahmenbedingungen für Talentförderung und Vereinsentwicklung verbessern.

Motivation des DFB und Aussagen aus der Präsidiumssitzung

Der DFB beruft sich auf eine bundesweite Vereinsbefragung im Sommer, in der das Kompassmodell dem Präsidium zufolge eine Mehrheit erzielt habe. Präsident Bernd Neuendorf erklärte, das Modell solle Verlässlichkeit schaffen und die Auf- und Abstiegsprozesse transparenter machen; sein prägnantes Motto laut Antrag ist: „Vier Meister, vier direkte Aufsteiger“. Gleichzeitig spricht der DFB von einer Absicht, die sportliche Leistungsdichte zu erhöhen, um talentorientierte Entwicklungsbedingungen zu stärken.

In der Präsidiumssitzung wurde zudem betont, dass bei der Umsetzung pragmatische Ausnahmen möglich sein sollen, um Härtefälle zu vermeiden. Dazu gehören Regelungen zum Schutz regionaler Derbys sowie die Möglichkeit, die Zahl zweiter Mannschaften lizenzierter Vereine pro Staffel zu beschränken, sofern dies erforderlich ist.

DFB-Präsidium gegen Regionalliga-Verbände

Der formelle Antrag des DFB-Präsidiums zielt auf eine Umstrukturierung, die erhebliche Auswirkungen auf die bisherigen Regionalliga-Verbände haben wird. Die Umstellung von einer Verbands- auf eine reisestreckenorientierte Staffelbildung verändert etablierte Zuständigkeiten, Verteilungsmuster und den regionalen Wettbewerb. Der Antrag enthält Vorgaben, die in vielen Belangen in die bisherigen Kompetenzen der Regionalverbände eingreifen würden, etwa bei der Zuweisung von Klubs zu Staffeln und bei einheitlichen Zulassungskriterien.

Vor diesem Hintergrund sind politische und fachliche Diskussionen zwischen DFB-Zentrale und den betroffenen Regionalverbänden zu erwarten. Die Verbände werden die vorgeschlagenen Modalitäten der Qualifikation für die Saison 2027/2028 sowie die beschriebenen finanziellen Umverteilungen genau prüfen müssen.

18. Dezember 2026 · Außerordentlicher Bundestag · Ankündigung

Der Außerordentliche DFB-Bundestag mit 257 stimmberechtigten Delegierten soll am 18. Dezember 2026 in Frankfurt stattfinden. Das Präsidium hat angekündigt, den Delegierten den Antrag in den Wochen vor der Sitzung umfassend zu erläutern und offene Fragen zu beantworten. Die Abstimmung an diesem Datum wird darüber entscheiden, ob das Kompassmodell eingeführt wird und welche Übergangsregeln dann gelten.

Sollte das Modell abgelehnt werden, bleibt die bestehende Regionalliga-Struktur zunächst in Kraft; bei Annahme des Antrags würden die beschriebenen Regelungen zur Qualifikation, zur Trägerschaft durch den DFB und zu finanziellen Anpassungen in eine Umsetzungsplanung überführt.

Konkrete Struktur: Wie das Kompassmodell die Regionalliga verändert

Der Antrag konkretisiert, wie die viergleisige Regionalliga zusammengesetzt werden soll: Insgesamt 80 Teams verteilen sich auf vier Staffeln. Als Übergang ist die Spielzeit 2027/2028 als Qualifikationssaison vorgesehen; die erste reguläre Saison nach Umsetzung wäre demnach 2028/2029. Für die Qualifikation nennt der Antrag eine Aufteilung, wonach aus den bisherigen Regionalliga-Staffeln jeweils bestimmte Kontingente gelten: je 14 Teams aus Bayern und Nordost, 15 aus dem Norden, 16 aus dem Westen und 17 aus dem Südwesten, ergänzt um die vier Absteiger aus der 3. Liga in der Qualifikationssaison.

Die vorgeschlagene Staffelbildung nach geringster Reisestrecke soll logistische Belastungen reduzieren, gleichzeitig aber den sportlichen Vergleich verschärfen, weil regionale Vielfalt zugunsten sinnvollerer Reiserouten neu geordnet wird. Dabei bleiben Ausnahmeregeln vorgesehen, etwa für den Erhalt wichtiger regionaler Derbys oder zur Begrenzung überrepräsentierter zweiter Mannschaften lizenzierter Vereine in einer Staffel.

Auswirkungen auf Auf- und Abstiegsregelungen

Ein zentrales Element des Modells ist die Vereinheitlichung der Auf- und Abstiegsmodalitäten: Die vier Staffeln liefern nach Plan jeweils einen Meister, der ohne zusätzliche Aufstiegsrunden direkt in die 3. Liga aufsteigt. Gleichzeitig sollen in jeder Staffel künftig vier feste Absteiger vorgesehen sein, wodurch die Zahl der Teams auf der 4. Ebene dauerhaft konsolidiert und die Wettbewerbsbedingungen vereinheitlicht würden.

Diese Regelung zielt auf mehr Planungssicherheit für Vereine ab, birgt aber zugleich sportlichen Druck: Die Reduzierung der Gesamtzahl an Mannschaften und die strengeren Abstiegskriterien erhöhen die Bedeutung jeder Partie, sodass die Konkurrenz um den Klassenerhalt und um Aufstiegsplätze deutlich intensiver wird.