Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Norwegische Fußball-Verband (NFF) haben am 23. Oktober 2026 in Berlin ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Die Absichtserklärung ist als nicht rechtsverbindliche Vereinbarung angelegt und umfasst eine Laufzeit von vier Jahren. Im Mittelpunkt der Vereinbarung stehen ein strukturierter Erfahrungsaustausch und die Entwicklung gemeinsamer Projekte in den Schwerpunktbereichen Frauenfußball, die Förderung von Frauen in Führungspositionen, Breiten- und Amateurfußball sowie Good Governance. Beide Verbände betonen, dass mit dem MoU der bisherige konstruktive Dialog in einen formalen Kooperationsrahmen überführt werden soll, um in den kommenden Monaten konkrete Maßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf und NFF-Präsidentin Lise Klaveness unterzeichneten die Absichtserklärung gemeinsam mit den Generalsekretären Dr. Holger Blask und Karl Petter Løken. In den Mitteilungen beider Verbände werden die Ziele der Zusammenarbeit klar benannt: voneinander lernen, bewährte Instrumente austauschen und gemeinsame Impulse setzen. Explizit genannt sind Maßnahmen zur Stärkung der Sichtbarkeit des Frauenfußballs, zur Qualifizierung und Förderung weiblicher Führungskräfte im Fußball sowie zur Entwicklung nachhaltiger Strukturen in Vereinen. Alle genannten Maßnahmen sollen über einen Zeitraum von vier Jahren in einem koordinierten Prozess der Fachbereiche beider Verbände geplant, erprobt und – je nach Evaluationsbefund – weiterentwickelt werden.
Das MoU benennt konkrete Formate, die als möglich erachtet werden: regelmäßige fachliche Austauschformate, Workshops, Hospitationen, Expertenteams und Pilotprojekte in Vereinen und Regionen sowie die Evaluierung der Zusammenarbeit. Auch der Bereich Good Governance soll durch einen stetigen Austausch von Führungskräften, Erfahrungstransfer zu Verbandsstrukturen und die Abstimmung von Maßnahmen zur Integrität des Fußballs gestärkt werden. Beide Seiten sehen in der Vereinbarung eine Chance, die internationale Vernetzung ihrer Verbände zu intensivieren und die Positionierung in europäischen Gremien zu unterstützen, ohne dass das MoU rechtlich bindende Verpflichtungen schafft.
Hintergrund und Ziele der Vereinbarung
Das Memorandum of Understanding ist als nicht rechtsverbindliche Absichtserklärung ausgelegt und hat eine Laufzeit von vier Jahren. Es soll die bestehende Zusammenarbeit zwischen DFB und NFF, die auf vertrauensvoller Basis geführt wurde, in einen strukturierten Rahmen überführen. Ziel ist es, vorhandene Erfahrungen systematisch zu teilen und gemeinsame Impulse für die Fortentwicklung des Fußballs zu geben.
Beide Verbände unterstreichen, dass es bei der Kooperation nicht um kurzfristige Aktionen, sondern um die Entwicklung nachhaltiger Konzepte geht. Schwerpunkte sind die Förderung des Frauenfußballs auf allen Ebenen, die Erhöhung der Sichtbarkeit von Frauen im Fußball, die Unterstützung bei der Berufs- und Führungsentwicklung sowie Maßnahmen zur Stärkung des Breiten- und Amateurfußballs.
Konkrete Arbeitsfelder: Frauenfußball, Breitenfußball, Governance
Im Bereich Frauenfußball wollen DFB und NFF Austauschformate etablieren, die praxisnahe Maßnahmen zur Sichtbarkeit, Talentförderung und Strukturentwicklung von Frauenmannschaften und -ligen beinhalten. Dazu zählen laut den Mitteilungen beider Verbände Maßnahmen zur Qualifikation von Trainerinnen und Trainern, zur Talentförderung sowie zu Sichtbarkeits- und Kommunikationsstrategien, die bereits erprobte Instrumente zusammenführen.
Für den Breiten- und Amateurfußball sehen die Verbände gemeinsame Projekte zur Vereinsentwicklung vor. Dazu zählen Initiativen zur Stärkung ehrenamtlicher Strukturen, zur Werte‑ und Kulturarbeit in Vereinen sowie zur Schaffung nachhaltiger Strukturen in regionalen Amateurbereichen. Im Governance-Bereich zielt die Kooperation auf den regelmäßigen Austausch von Führungskräften, den Wissenstransfer über Verbandsstrukturen sowie gemeinsame Maßnahmen zur Integrität und verantwortungsvollen Verbandsführung.
Deutscher Fußball-Bund und Norwegischer Fußball-Verband
Die Vereinbarung baut auf den Stärken beider Institutionen auf: Der DFB bringt seine große Vereinsstruktur und etablierte Förderprogramme ein, während der NFF Erfahrungen in der Frauenförderung und in Modellen des breitenbasierten Fußballs in die Zusammenarbeit einbringen kann. Beide Seiten betonen die komplementären Erfahrungen als Grundlage für gegenseitiges Lernen.
Im MoU wird hervorgehoben, dass die Zusammenarbeit nicht nur sportfachliche, sondern auch organisatorische Aspekte umfasst. Der Erfahrungsaustausch soll dazu dienen, bewährte Praktiken zu identifizieren, an die nationalen Kontexte anzupassen und in Pilotprojekten zu erproben.
23. Oktober 2026 · Memorandum of Understanding · Verbandsmeldung
Die Unterzeichnung des MoU erfolgte am 23. Oktober 2026 in Berlin. Die Vereinbarung ist auf vier Jahre angelegt; die zuständigen Fachabteilungen beider Verbände sollen konkrete Projektpläne erarbeiten und die Umsetzung der vereinbarten Schwerpunkte koordinieren.
Beide Verbände betonen in ihren Mitteilungen, dass die Vereinbarung die Grundlage für regelmäßige Evaluierungen bietet, um die Maßnahmen entlang der Schwerpunkte Frauenfußball, Breitenfußball und Good Governance während der Laufzeit zu prüfen und anzupassen.
Statements der Unterzeichnenden
DFB-Präsident Bernd Neuendorf wird mit den Worten zitiert: „Die Partnerschaft mit dem Norwegischen Fußball-Verband ist für den DFB von großer Bedeutung. Deutschland und Norwegen verbindet der Anspruch, den Frauenfußball nachhaltig zu stärken, mehr Frauen für verantwortungsvolle Positionen zu gewinnen und den Fußball in seiner ganzen Breite weiterzuentwickeln. Wir wollen voneinander lernen, Erfahrungen teilen und gemeinsam Impulse setzen - für starke Vereine, eine lebendige Fußballbasis und eine verantwortungsvolle Zukunft des internationalen Fußballs.“
NFF-Präsidentin Lise Klaveness sagte laut Verbandsinformation: „Deutschland ist eine der weltweit führenden Fußballnationen. Wir freuen uns darauf, unsere Zusammenarbeit in den für uns strategisch wichtigen Bereichen weiter zu stärken. Diese Vereinbarung schafft nun eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung - insbesondere im Frauenfußball, im Breitenfußball und im Bereich guter Verbandsführung im internationalen Fußball.“
Organisationale Umsetzung und Zeithorizont
Das MoU sieht vor, dass die Fachabteilungen beider Verbände kurzfristige Austauschformate sowie mittelfristige Kooperationsprojekte entwickeln. In den Mitteilungen werden Workshops, Expertenteams, Hospitationen und gemeinsame Pilotprojekte in Vereinen und Regionen als mögliche Formate genannt, mit denen die Praxisrelevanz der Maßnahmen hergestellt werden soll.
Die Verbände planen, die Kooperation regelmäßig zu evaluieren und die erarbeiteten Maßnahmen entlang der vereinbarten Schwerpunkte umzusetzen. Die Evaluierungen sollen als Grundlage dienen, um erfolgreiche Ansätze fortzuführen, anzupassen oder – falls nötig – neu auszurichten, ohne dass das MoU rechtlich bindende Verpflichtungen begründet.
Erwartete Auswirkungen auf Vereine und Nachwuchsförderung
Für Vereine und die Nachwuchsförderung erwarten beide Verbände praxisnahe Vorteile: den Austausch von Trainingskonzepten, die gemeinsame Qualifikation von Trainerinnen und Trainern sowie die Vernetzung von Funktionärsqualifizierungen. Solche Maßnahmen sollen ehrenamtliche Strukturen stärken und Vereinen konkrete Werkzeuge an die Hand geben, um langfristig nachhaltige Angebote zu sichern.
Besonders im Bereich der Sichtbarkeit und Förderung weiblicher Talente wird die Kooperation als Chance gesehen, erprobte Instrumente beider Verbände zu kombinieren und Pilotprojekte in ausgewählten Regionen zu starten. Ziel ist es, Förderwege für Talente zu optimieren und Perspektiven für Frauen auf und neben dem Platz zu verbessern.
Wirtschaftliche, kulturelle und politische Dimensionen der Kooperation
Neben sportfachlichen Themen nennt das MoU auch wirtschaftliche und kulturpolitische Komponenten als relevante Aspekte. Kooperationen können zu gemeinsamen Bildungsmaßnahmen, Förderprojekten und Kommunikationskampagnen führen, die über rein sportliche Fragestellungen hinausgehen und die Rolle des Fußballs als gesellschaftliche Kraft stärken.
Die verstärkte internationale Vernetzung beider Verbände dient zudem der Positionierung in europäischen Gremien. Ein intensiver Austausch ermöglicht es, Erfahrungen mit Regularien, Integritätsfragen und Fördermittelvergaben zu teilen und so die strategische Ausrichtung beider Verbände im internationalen Kontext zu unterstützen.
