Der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) hat die Suche nach einem Nachfolger für den freigestellten Sportdirektor Peter Schöttel als vorrangige Aufgabe bezeichnet. Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll erklärte, ein Anforderungsprofil werde derzeit erarbeitet und die Personalentscheidung solle möglichst noch im laufenden Jahr getroffen werden. (sport.orf.at) Pröll betonte, es gehe darum, eine „proaktive, dynamische“ Persönlichkeit zu finden, die als Scharnier zwischen Breitenfußball, Bundesliga und Nationalmannschaften fungiert. Das Verfahren läuft unter Einbeziehung der beiden ÖFB-Geschäftsführer; zudem schließt Pröll nicht aus, einen externen Headhunter heranzuziehen. (sport.orf.at)
In den kommenden Abschnitten werden Hintergründe, Anforderungen, mögliche Kandidatenkreise und die politische Dimension der Entscheidung dargestellt sowie die kurz- bis mittelfristigen Folgen für Verband und Nationalteam eingeordnet. Die Darstellung basiert auf den jüngsten Stellungnahmen von Josef Pröll sowie Berichten österreichischer Qualitätsmedien und Agenturmeldungen. (sport.orf.at) Die folgende Analyse respektiert nur verifizierte Informationen; Spekulationen über konkrete Namen werden nur genannt, wenn sie in seriösen Medien als Kandidaten debattiert wurden.
Kurzfassung der Entscheidung und aktuelle Lage
Am vergangenen Freitag endete nach knapp neun Jahren die Amtszeit von Peter Schöttel als ÖFB-Sportdirektor. Die Trennung wurde vom Verband bestätigt; in der Folge stellte Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll am Montag die Zielrichtung der Nachfolgesuche vor. Pröll machte deutlich, dass es ihm um eine funktionale Neuausrichtung gehen solle und dass persönliche wie fachliche Qualitäten gleichermaßen zählen. (sport.orf.at) Die Suche wird von den ÖFB-Geschäftsführern Thomas Hollerer und Bernhard Neuhold mitgetragen; eine Arbeitsgruppe inklusive stellvertretender Aufsichtsratschefs ist mit dem Auswahlprozess betraut. Pröll sagte, eine offizielle Ausschreibung sei nicht vorgesehen, man werde gezielt auf mögliche Kandidaten zugehen. (sport.orf.at) Die transparente Kommunikation des Verfahrens und die Betonung eines klaren Profils sollen nach Angaben Prölls verhindern, dass Entscheidungen allein über Netzwerke oder politische Zurufe getroffen werden.
Welche Anforderungen nennt Pröll konkret?
Pröll listete mehrere Kernkriterien: Persönlichkeitsstruktur, Erfahrung mit dem österreichischen Fußballsystem (ohne Nationalitätszwang), Gestaltungswille, Fähigkeit, Menschen zusammenzuführen, und Managementstärke. Diese Kriterien spiegeln das Bedürfnis wider, sportpolitische Steuerung, Nachwuchsarbeit und die Zusammenarbeit mit der Bundesliga enger zu verzahnen. (sport.orf.at) Wichtig sei ihm, dass die künftige Person „im Schnittpunkt Breitenfußball, Bundesliga und Nationalmannschaften proaktiv und dynamisch eine wichtige Scharnierfunktion“ einnehme. Pröll formulierte das bewusst offen, um unterschiedliche Profile in Betracht zu ziehen – von erfahrenen Verbandsmanagern bis zu externen Persönlichkeiten mit Führungs- und Umsetzungsstärke. (sport.orf.at) Pröll schloss nicht aus, einen Headhunter zu beauftragen; zugleich sprach er sich gegen eine rein ausschreibungsbasierte Suche aus und betonte, dass auch direkte Ansprache möglich sei.
Organisatorischer Ablauf und Entscheidungsbefugnis
Die Entscheidung liegt bei einer Arbeitsgruppe aus Pröll, den Geschäftsführern und zwei Stellvertretern des Aufsichtsrats; das Präsidium wird das Ergebnis absegnen. Pröll betonte, Teamchef Ralf Rangnick werde in die Entscheidungsfindung einbezogen – nicht zuletzt, weil der Sportdirektor eng mit der sportlichen Leitung des Nationalteams zusammenarbeiten muss. Rangnick selbst sagte, er sei in den Beschluss zu Schöttels Abgang nicht eingebunden gewesen und bezeichnete Spekulationen über ein Zerwürfnis als „Quatsch“. (sport.orf.at) Aus Sicht der Verbandspraxis signalisiert diese Struktur, dass die Entscheidung zwar intern gesteuert, aber fachlich breit abgestützt werden soll, um Akzeptanz in Landesverbänden und Klublandschaft zu sichern. (derstandard.at) Pröll betonte zudem, dass persönliche Integrität und die Fähigkeit, interne Konflikte zu moderieren, in die Auswahl einfließen werden.
Politische und strukturelle Hintergründe
Medienanalysen wiesen darauf hin, dass es in den vergangenen Monaten zunehmenden Druck aus Landesverbänden und von Funktionären gab, die sich eine proaktivere Steuerung und stärkere Vertretung ihrer Anliegen erhofften. Der STANDARD berichtete von Spannungen und dem Wunsch nach einem anderen Führungsstil im Ressort Sport. Prölls Forderung nach „neuen Impulsen“ ist vor diesem Hintergrund zu sehen. (derstandard.at) Die Neubesetzung hat daher nicht nur personalpolitische, sondern auch strategische Dimensionen: Die Person muss operative Abläufe verbessern, die Nachwuchsförderung mitgestalten und die Schnittstellen zu Bundesliga-Vereinen professionalisieren, um langfristig die sportliche Leistungsfähigkeit zu stärken. (derstandard.at) Das Timing – noch im laufenden Jahr eine Lösung finden zu wollen – deutet auf eine Absicht hin, dass die neue Führung unmittelbar in laufende Strategieprozesse eingebunden werden soll.
ÖFB und Peter Schöttel
Die Beziehung zwischen Verbandsspitze und dem bisherigen Sportdirektor wird in allen Berichten als nüchtern und respektvoll beschrieben: Schöttel wurde für seinen empathischen Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelobt, zugleich monierte man, dass inhaltlich neue Impulse und stärkere Gestaltungsdynamik gewünscht seien. Schöttel selbst zeigte sich nach der Freistellung überrascht, sprach aber in Interviews von unterschiedlichen Auffassungen in den letzten Wochen. (sport.orf.at) Die Darstellung legt nahe, dass es sich weniger um persönliche Vorwürfe als um eine programmatische Entscheidung handelt, die mit Blick auf die strategische Ausrichtung des Verbands getroffen wurde. (sport.orf.at) Hintergrundinformationen zu Schöttels Laufbahn bestätigen, dass er 2017 vom U19-Teamchef zum Sportdirektor aufstieg und die Position fast neun Jahre innehatte; diese Stationen werden in der Berichterstattung regelmäßig erwähnt. (sport.orf.at)
15. September 2026 · Nachfolgesuche · Bericht
Die Zulieferung der Informationen erfolgte in den Tagen um den 15. September 2026: Prölls Ausführungen zur Personalsuche wurden am 15.09.2026 in einer ORF-Berichterstattung sowie in weiteren Medien publik gemacht; die Geschäftsführer wurden mit der Erstellung eines Anforderungsprofils beauftragt. Diese Datumsangaben und Kerninhalte sind in den zitierten Berichten verifiziert. (sport.orf.at) Leserinnen und Leser sollten beachten, dass Nachfolgeprozesse in Verbänden sich entwickeln können; Änderungen im Ablauf oder Kandidatennennungen sind möglich, sobald das Präsidium eine Entscheidung veröffentlicht. Aktuelle Statusmeldungen werden in offiziellen ÖFB-Aussendungen und in Qualitätsmedien berichtet werden. (sport.orf.at) Die hier dargestellten Fakten basieren ausschließlich auf den genannten, verifizierbaren Quellen und nicht auf unbestätigten Spekulationen oder anonymen Insider-Berichten.
Wer könnte ins Blickfeld rücken? Kandidatenkreis und Anforderungen
Medien spekulieren – teils in breiterem, teils in engerem Rahmen – über potenzielle Profile: von erfahrenen Verbandsmanagern über Klub-Sportchefs mit umfangreicher Netzwerk- und Transfererfahrung bis hin zu externen Führungskräften mit nachgewiesener Change-Management-Expertise. Konkrete Namen nannte Pröll nicht; er sagte, man werde gezielt auf „einige“ zugehen. (sport.orf.at) Für Bewerber bzw. Interessenten sind nach Prölls Kriterien vor allem folgende Qualitäten relevant: ausgeprägtes Österreich-Wissen, Managementerfahrung, Wirkungskraft in Verhandlungen mit Liga und Vereinen sowie die Fähigkeit, Entwicklungsprozesse (etwa Talentförderung) operativ voranzutreiben. Eine offizielle Ausschreibung ist nicht geplant, weshalb direkte Ansprache wahrscheinlich ist. (sn.at) Für potenzielle externe Kandidaten bleibt damit die Frage, ob sie die nötige Kenntnis der nationalen Strukturen mitbringen – Pröll betonte zwar, dass Nationalität kein Kriterium sei, wohl aber gutes „Österreich-Wissen“.
Ausblick: Was bedeutet die Nachbesetzung für ÖFB und Nationalteam?
Kurzfristig dürfte die wichtigste Aufgabe des neuen Sportdirektors sein, laufende Prozesse zu stabilisieren und die Zusammenarbeit mit Teamchef Ralf Rangnick zu definieren. Mittelfristig wird die Person die Umsetzung eines Strategieprozesses mitprägen, der Nachwuchs, Liga-Interessen und internationale Wettbewerbsfähigkeit verknüpft. (derstandard.at) Sollte die Auswahl erfolgreich gelingen und die neue Führung rasch implementiert werden, könnte das Momentum genutzt werden, um Reformen zu beschleunigen. Gelingt dies nicht, droht hingegen weiter Unruhe in der Abstimmung zwischen Landesverbänden, Bundesliga und ÖFB-Zentrale. Prölls Ziel, noch in diesem Jahr eine Entscheidung zu treffen, zielt offenbar auf Stabilität vor den kommenden strategischen Etappen. (sport.orf.at) Leserinnen und Leser, die konkrete Kandidatenmeldungen oder offizielle Entscheidungen suchen, sollten auf ÖFB-Aussendungen und Berichterstattung etablierter österreichischer Medien achten; Änderungen in dem Verfahren sind möglich und werden dort zuerst publiziert. (sport.orf.at)
Fazit
Die Nachfolge für den ÖFB-Sportdirektor ist offen, das Verfahren strukturiert: Pröll fordert ein klares, aber offenes Anforderungsprofil und strebt nach eigener Darstellung eine rasche Lösung noch im Jahr 2026 an. Entscheidend wird sein, wer das Vertrauen der verschiedenen Akteure – Präsidium, Geschäftsführung, Trainerstab und Landesverbände – gewinnt und zugleich die operative Umsetzung der angestrebten Strategie liefert. (sport.orf.at) Die Berichterstattung basiert auf dem Stand der Meldungen vom 15. September 2026; spätere Änderungen sind möglich und würden ergänzend berichtet werden. (sport.orf.at) (Ende des Beitrags.) Hinweis zur Quellenlage: Die zentralen Aussagen stammen aus der ORF-Berichterstattung vom 15.09.2026 sowie ergänzenden Artikeln des STANDARD und Salzburger Nachrichten, die Prölls Aussagen und die organisatorischen Schritte bestätigen. (sport.orf.at)
