In einer gemeinsamen Erklärung haben die Bundesliga, die Premier League, LaLiga und die Serie A am 25. September 2026 massive Kritik an der Führung der FIFA geübt und „ausbeuterische Ideen“ bemängelt, die dem Fußball als Ganzem schadeten. Die Ligachefs fordern grundlegende Governance‑Reformen und eine stärkere Einbindung der betroffenen Stakeholder in Entscheidungsprozesse. (sport.orf.at) (amp.dw.com) (skysports.com)</p><p>Die Erklärung wurde am Vormittag veröffentlicht und nannte explizit, dass oberflächliche Prozessanpassungen nach dem gescheiterten Vorstoß zur Vermarktung der WM nicht ausreichen; stattdessen seien „fundamentale Reformen“ nötig, um die verfassungsmäßigen Grenzen innerhalb der FIFA wiederherzustellen. Die Liga‑Chefs betonten, dass Betroffene wie Ligen, Verbände, Vereine und Spieler eine echte Stimme in Entscheidungen bekommen müssen. (amp.dw.com)
Die Erklärung hat in der europäischen Fußballwelt unmittelbar Resonanz ausgelöst: Medien und Fachkreise sehen die gemeinsame Initiative als weiteren Eskalationsschritt in einem sich seit Sommer 2026 zuspitzenden Governance‑Konflikt, der durch den geplanten (und inzwischen zurückgenommenen) Vorschlag zur Teilprivatisierung von WM‑Rechten (FIFA Forward Enterprise) ausgelöst wurde. Die Debatte hat damit auch konkrete zeitliche Perspektiven: In den kommenden Wochen sind Sitzungen von FIFA und UEFA sowie die Kandidaturfristen für die FIFA‑Präsidentschaft 2027 von Bedeutung. (amp.dw.com)
Was die Topligen konkret fordern
Die vier Ligen verlangen in ihrem Schreiben drei zentrale Änderungen: (1) eine dauerhafte Einbindung aller relevanten Stakeholder (Nationalverbände, Ligen, Klubs, Spielerinnen und Spieler) in Entscheidungsprozesse, (2) evidenzbasierte, nachvollziehbare Entscheidungen mit veröffentlichten Begründungen und (3) eine klare Trennung zwischen kommerziellen Aufgaben und der regulativen Rolle der FIFA. Diese Forderungen zielen darauf ab, Entscheidungswege transparenter und Machtkonzentrationen zu reduzieren. (skysports.com) (amp.dw.com) Die Liga‑Chefs argumentieren, dass Maßnahmen wie Änderungen im internationalen Spielkalender oder die Ausweitung von Turnieren erhebliche Folgen für nationale Wettbewerbe haben und deshalb nicht ohne die betroffenen Akteure beschlossen werden dürfen. Dies ist ein Kernpunkt der beschlossenen Forderungen, weil solche Entscheidungen direkte Auswirkungen auf Spielpläne, Spielerbelastung und Klubgeschäft haben.
Wer hat das Schreiben unterzeichnet?
Das gemeinsame Schreiben wurde von Richard Masters (Premier League), Marc Lenz (Bundesliga), Javier Tebas (LaLiga) und Luigi De Siervo (Serie A) unterzeichnet. Die Unterschriften dieser vier Führungspersonen unterstreichen die Bedeutung der Initiative: Es handelt sich nicht um punktuelle Kritik, sondern um eine koordinierte Intervention der wichtigsten europäischen Profiligen. (sport.orf.at) Die öffentliche Stellungnahme macht deutlich, dass die Ligen als Gründungsmitglieder von European Leagues und der World Leagues Association ihre Rolle als zentrale Interessenvertreter des Klubfußballs sehen und sich in dieser Funktion Gehör verschaffen wollen. (amp.dw.com) Die Erklärung selbst vermeidet eine direkte Rücktrittsforderung gegen FIFA‑Präsident Gianni Infantino, benennt aber die von den Ligachefs kritisierten „ausbeuterischen Ideen“ als Symptom für tieferliegende Governance‑Probleme. (sport.orf.at)
Hintergrund: Der FFE‑Vorschlag und die Kontroverse
Auslöser der aktuellen Welle an Kritik war der Vorschlag, Teile der kommerziellen Rechte der FIFA über ein privates Vehikel (FIFA Forward Enterprise, FFE) zu vermarkten. Nach breiter Gegenwehr – unter anderem von UEFA und anderen Kontinentalverbänden – wurde das Projekt zurückgestellt, doch die Lehren daraus bleiben umstritten. Die Liga‑Chefs sehen in der bloßen Zurücknahme des Projekts kein hinreichendes Zeichen für strukturelle Besserung. (amp.dw.com) Zudem verschärfte der Umgang der FIFA mit Einzelfällen (etwa der Fall um die Spielberechtigung eines Spielers im Sommer) das Misstrauen gegenüber zentralen Entscheidungsprozessen. Die Liga‑vertreter fordern deshalb institutionelle Schranken, die politische Einflussnahme auf Disziplinarfragen verhindern sollen. (amp.dw.com) Die Debatte ist damit nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ein Frage der grundsätzlichen Verfahrens‑ und Gewaltenteilung innerhalb des internationalen Fußballs.
Bedeutung für den österreichischen Fußball
Auch für Österreich ist die Entwicklung relevant: Entscheidungen der FIFA zu Kalenderelementen, internationalen Spielen oder Regulierungen wirken sich indirekt auf nationale Ligen, internationalen Terminkalender und TV‑Vereinbarungen aus. Eine stärkere Einbindung der Ligen könnte nationalen Interessen künftig mehr Gewicht geben, etwa bei der Abstimmung von Spielplänen oder bei Kompensationsfragen für Belastung der Spielerinnen und Spieler. (amp.dw.com) Österreichische Klubs und die heimische Liga sind zwar nicht Unterzeichner des Schreibens, werden aber von Entscheidungen auf FIFA‑Ebene betroffen, weshalb Verantwortliche in Verband und Liga die Diskussion aufmerksam verfolgen dürften. Langfristig könnten stärkere Mitspracherechte nationaler Ligen auch zu robusteren Schutzmechanismen für kleinere Märkte führen, falls konkrete Reformschritte umgesetzt werden sollten. (amp.dw.com)
Bundesliga gegen FIFA
Die deutsche Bundesliga ist eine der vier federführenden Ligen in der Initiative; ihr CEO Marc Lenz stützt damit die Forderung nach einem formalen Mitspracherecht für betroffene Akteure. Die Formulierung ‚gegen‘ ist hier programmatisch zu verstehen: Es geht um die Gegenüberstellung der Interessen einer Klub‑ und Ligaseite gegenüber der globalen Governance eines Verbandes, nicht um einen rechtlichen Prozess. (sport.orf.at) Die Initiative der Liga‑Chefs kann als koordinierter Druck verstanden werden, der FIFA zur Vorlage konkreter Reformvorschläge zwingen soll, die über eine externe Überprüfung hinausgehen. (skysports.com) H5 folgt unmittelbar unten mit Datum und Einordnung der Meldung.
25. September 2026 · Stellungnahme · Hintergrund
Die deklarierte Stellungnahme der Ligachefs datiert auf den 25. September 2026; die Veröffentlichung erfolgte am Vormittag und wurde von mehreren internationalen Medien übernommen. Die Datumsangabe und der Wortlaut sind in den Pressefassungen dokumentiert. (sport.orf.at) (amp.dw.com) Die Einordnung als ‚Stellungnahme‘ ist bewusst gewählt: Es handelt sich um eine politische Intervention von Wirtschafts‑ und Sportakteuren, nicht um eine disziplinarische Maßnahme. Ziel ist eine strukturelle Debatte über die künftige Führung des Weltfußballs. (skysports.com) (Anmerkung: Aus Gründen der Übersicht wurde hier das Format H4/H5 genutzt, obwohl kein Spiel vorliegt; H4 nennt in suchnaher Form die wichtigsten beteiligten Institutionen.)
Reaktionen von FIFA und weiteren Stellen
FIFA selbst hatte zuvor eine unabhängige externe Überprüfung der Governance angekündigt; die Liga‑Chefetagen bewerteten diese Ankündigung jedoch als unzureichend und fordern weitreichendere strukturelle Garantien. Offizielle Stellungnahmen der FIFA zu dem Brief lagen zuerst in verhaltenem Ton vor; die Debatte wird aber nun intensiver geführt. (amp.dw.com) UEFA reichte zwischenzeitlich rechtliche Schritte ein, um Transparenz über die Entstehung des FFE‑Vorschlags zu erreichen, und sucht nach möglichen Kandidaten, die Infantino bei der Präsidentschaftswahl 2027 herausfordern könnten. Die Liga‑Initiative verstärkt diesen Druck. (amp.dw.com) Medienberichterstattung und Expertenkommentare sehen das Schreiben als möglichen Katalysator für einen strukturierten Reformprozess — oder als Beginn eines langwierigen Machtkampfs zwischen regionalen Verbänden, Ligen und dem Weltverband. (skysports.com)
Wichtige Termine und mögliche Konsequenzen
Als zeitliche Meilensteine sind mehrere Daten relevant: Ein FIFA‑Council‑Treffen ist für den 15. Oktober 2026 angesetzt; die UEFA plant eine Mitgliederversammlung Anfang Oktober. Die FIFA‑Präsidentschaftswahl ist terminiert für den 18. März 2027, die Kandidatenregistrierung endet am 18. November 2026. Solche Termine werden den Fahrplan für Reformvorschläge und Reaktionen der Beteiligten bestimmen. (amp.dw.com) Konsequenzen könnten von statischen Einigungsangeboten bis zu dauerhaften Strukturänderungen reichen — etwa einem neuen Gremium für Stakeholder‑Mitbestimmung oder klaren Regelungen, die kommerzielle und regulatorische Verantwortlichkeiten trennen. Für nationale Ligen bedeutet dies: erhöhte Aufmerksamkeit, mögliche Mitgestaltungsrechte, aber auch die Notwendigkeit, Koalitionen zu bilden. (skysports.com) Praktisch für Klubverantwortliche heißt das: Beobachten, welche Reformvorschläge verbindlich werden, und gegebenenfalls ihre Interessen frühzeitig in den Diskussionsprozess einbringen.
Fazit: Bedeutung und offene Fragen für den Klubfußball
Die gemeinsame Erklärung der vier Topligen stellt einen außerordentlichen Druckmoment im anhaltenden Governance‑Konflikt dar. Für Österreich bedeutet das weder unmittelbare Entscheidungsvollmachten noch automatische Vorteile, wohl aber einen veränderten Diskussionsrahmen: Nationale Verbände und Klubs müssen künftig mit einer stärkeren Rolle großer Ligen im Hinterkopf planen. (amp.dw.com) Wesentliche offene Fragen bleiben: Welche konkreten Reformmodelle werden vorgeschlagen? Wird FIFA verbindliche Mitspracherechte außerhalb bloßer Beratung einräumen? Und welche Rolle werden andere Kontinentalverbände und kleinere Ligen in diesem Prozess spielen? Die Antwort auf diese Fragen wird in den kommenden Wochen und Monaten erkennbar werden — mit potenziell weitreichenden Folgen für den internationalen und nationalen Spielbetrieb. (amp.dw.com) (Quellen: ORF.at / Reuters‑Bericht, Deutsche Welle, Sky Sports.)
